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Flashmob . Da gackern die Hühner

Martina Pfeifer Steiner ·

Die Frühlingssonne wärmt schon schön. Am Samstag vor Ostern herrscht reges Treiben am Hauptplatz in Graz. Die zwei Straßenbahnschienen teilen den großzügigen Platz vor dem Rathaus in einen sehr großen, mit verstreuten Hüttchen, Verkaufsständen für Würstel, Milch, Brot und in den kleineren Teil, der in die Herrengasse ausläuft. Auf dieser Seite warte ich, hier geht es Richtung Bahnhof. Wirklich viel los! Es ist Mittagszeit. Die Uhr schlägt zwölf. Plötzlich! Was ist das? Die jungen Leute beginnen zu gackern. Gooook, gogk, gogk! Schlagen mit den Ellebogen an ihren Brustkorb, klapp,klapp, beugen die Knie, stehen auf einem Bein, goook, gook, gook. Zwei Mädchen kichern, kiik, kiiik. Ich schaue zu, lass die Straßenbahn fahren. Menschen setzen ihren Weg fort als irritierte sie nichts. Goook, goook! Und dann, eine knappe Minute hat es wohl gegackert, legen die Jungen jeweils ein Ei auf die Straße und gehen einfach weiter. Da liegen dreißig, vierzig Eier auf dem Boden! Die Studenten und Schülerinnen sind verschwunden, haben sich im Menschenstrom aufgelöst. Passanten achten nicht auf die Eier, steigen jedoch auch nicht darauf, tun so, als wäre nichts geschehen. Ich glaube, die Eier sind roh. Der Sechser kommt, ich fahre mit.

Unit Architektur · Baukultur im Unterricht · ein Projekt des Vorarlberger Architektur Institut