Home · Units · 01·48 Unit Vom Gemeinsamen zum Neuen
01·48 Unit Vom Gemeinsamen zum Neuen

Vom Gemeinsamen zum Neuen

Katja Gögl · Sibylle Bader · 20 · 06 · 17

Aufbauend auf die UNIT "vom Eigenen zum Gemeinsamen"


Auseinandersetzung mit der Baukultur des eigenen Ortes – historische Wurzeln und ihre Veränderungen


Durch die Bewusstseinslenkung auf tägliche Erfahrungen mit dem Ort, in dem wir leben, schärfen wir die Sinne der SchülerInnen auf ihre gebaute Umgebung. Gemeinsam reflektieren wir die Erkenntnisse und Erfahrungen und versuchen, die eigenen Bedürfnisse in Form von Qualitäten und Kriterien in den Vordergrund zu stellen.









Resultate sind vorhanden



Gruppe
17 SchülerInnen
Dauer
8 Schulstunden, 2 Vormittage
Durchführung
nur mit Experten / Expertin möglich

Lernziele

-Auseinandersetzung mit der Baukultur des eigenen Ortes

-Vorort-Erfahrungen durch Gemeinde-Spaziergänge

-Stadt/Ortsplan lesen lernen und damit arbeiten

-Bewertung von Qualitätskriterien von Gebäuden lernen (basis)

-Bedeutung von Baukultur besprechen, speziell in Bezug auf die eigenen Wahrnehmung als Dorf-BewohnerIn

-Verdichtung besprechen

-Infrastruktur besprechen

Theorie Input

In der Gemeinde Hard werden zur Zeit ein neues Schulzentrum und ein neuer Ortskern geplant.

Hard ist eine in Bezug auf seine EinwohnerInnenzahl sehr große Gemeinde in besonderer Lage am See. Sie will neue, ganz bewusste Lebensräume schaffen und anbieten, die attraktiv und lebenswert gestalten sein sollen. Wie zB die Wiederbelebung des Wochenmarktes, Renaturierung des Dorfbaches als Erholungsgebiet, ehemaliger Löwen und Gasthaus Engel als Herzstück des Ortskern, Radwegnetze und umweltschonende Mobilität sind dabei die wichtigsten Themen – ist das für die Kinder auch so?


Dabei werden die BewohnerInnen des Ortes über den Prozess informiert und teilweise einbezogen.

„dorfseele hard“ lädt ein zu öffentlichen Planungsworkshops, bei denen Ideen und Visionen zur Gestaltung des Ortskerns eingebracht werden können. Mit unserem Konzept für RaumGestalten ermöglichen wir es auch Volksschulkindern, an diesem Prozess Teil zu haben und ihre Wünsche und Visionen zu äußern. Sie erleben, dass sich ihre Gemeinde verändert, wir übersetzten in ihre Sprache, sprechen auf Augenhöhe und begleiten sie in das Bewusstsein von Baukultur und deren Bedeutung.

Darüber hinaus war 2016 im April der Spatenstich für das neue Schulzentrum in Hard. Die Gemeinde gibt an, dass dieser Neubau für VS und NMS unter dem Motto stehen 'Schule als Lebensraum'. Dieses Projekt bietet hierbei der Schule umgekehrt die Möglichkeit, den Lebensraum als Lernraum zu nutzen.


Im Rahmen dieses Projektes wollen wir mit den SchülerInnen, also auch den BewohnerInnen des Ortes Hard ihre eigene Lebensumgebung bearbeiten.


Aufbauend auf die UNIT "vom Eigenen zum Gemeinsamen", entdecken die SchülerInnen im zweiten Teil das Neue, die Veränderung und zuvor setzen sie sich damit auseinander, welche Qualitäten Gebautes, Bewohntes, Begegnungsorte haben können.


Den Kindern und ihren Ideen soll Raum gegeben werden.
Aus den Geschichten und der Geschichte sollen Qualitäten erkennbar werden und eigene Visionen formuliert werden.

Qualitäten formulieren lernen. Wovon brauchen wir mehr, wir arbeiten an der Veränderung mit. Nix ist fix nur weil ich es so kenne. Veränderung als Möglichkeit. Veränderung als Notwendigkeit.


Wir starten mit einer Sinnessensibilisierung

Die Bewertung Schön/schiach machen wir bewußt und erfahrbar.

Was gefällt mir, aber welchen übergeordneten Wert hat es.

Angefangen mit Gegenständen wie Banane, Buch....

Gefallen auf allen Sinnesebenen, wie sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken…

Welchen übergeordneten Wert, welche Notwendigkeit und wie kann aus Notwendigem auch Schönes entstehen kann. Manchmal ist erst das Schöne da und manchmal das Notwendige. Und beides kann sich zum Anderen hin entwickeln.

Beim Gefallen entsteht Vielfalt und eben auch die Erkenntnis, dass es viele Geschmäcker gibt und dafür braucht es Toleranz und Verständnis. Was mir gefällt, gefällt anderen vielleicht nicht. Kann aber auch bedeuten, dass ich was Schönes entdecke was ich noch nicht kannte. Offenheit für Neues, das ist doch gerade heute ein wichtiger Aspekt den wir hier einfließen lassen können.

Ablauf: Es gibt 17 Gegenstände (für jedes Kind eines, mal sehen, ob wir dann alle durchspielen) und jeder Gegenstand spricht für eine bestimmte Sinneswahrnehmung, die anderen Sinne sollen möglichst ausgeblendet werden (augen verbinden, in eine Kiste geben, dass es unsichtbar ist oder nur für die anderen Kinder nicht sichtbar, die müssen dann raten:

- fühlen/greifen (weiche/harte Dinge Handtuch, Stein, Banane)
- hören (Kopfhörer/ 5 sounds, Vögel, Autolärm … freesound)
- riechen (Gewürze, Tees, Düfte)
- sehen (zb Antike Tasse, Bild eines verrückten Hauses (Bilbao-Guggenheim?) oder Picasso)
- schmecken (Essig, gebrannte Mandeln, …)

Jedes Kind bekommt einen Gegenstand, geht auf das ‚Podium' und beschreibt den anderen Kindern, die den Gegenstand nicht sehen/hören/fühlen … was es empfindet OHNE dabei die Worte GUT oder SCHLECHT oder andere Wertungen zu benutzen, nur Eigenschaften beschreiben.
Etwa zum Essig: nicht wäh sondern sauer, im Salat gut, als Getränk nicht so empfehlenswert etc.
Am Ende, wenn der Gegenstand von den anderen erraten wurde, darf und soll das Kind (und die anderen) sagen, ob sie es mögen und wie sie es bewerten. Ist das für alle gleich, mag jeder alles? Welche Dinge braucht man, welche sind Geschmack etc.


Im nächsten Schritt gehen wir auf Exkursion und entdecken und überprüfen

Qualitäten von Gebäuden/Plätzen etc, dann erst schauen wir, was uns gefällt.

Über bekannte Orte und dann zu den markanten Gebäuden im Ort entdecken wir den Ort neu, sehen ihn mit anderen Augen.

Vor Ort nochmals erklären, was Unterschiede in Ästhetik und Funktion sein können und diese besprechen.

Die Exkursion planen, Gebäude aussuchen, bestimmte wichtige Plätze/Gebäude/Orte aus der Schulumgebung wählen (eine Tour) und jeweils besprechen, was sie für eine Funktion haben, welche Nutzung sie wohl aufgrund ihres Äußeren aufweisen, wie alt sie wohl sind, wie sie auf die Umgebung reagieren, wie sie sich anfühlen, schmecken, riechen, und erst ganz am Ende, ob wir sie mögen und warum.


Zuletzt präsentieren wir unsere Ergebnisse, der Gemeinde, der Schule, den Eltern

Dafür gestalten wir eine Ausstellung, laden ein und erzählen von unseren Projekten, den Ergebnissen, dem neu Entdeckten und unseren Wünschen.






Resultate zu
01·48 Unit Vom Gemeinsamen zum Neuen
im Magazin


Unit Architektur · Baukultur im Unterricht · ein Projekt des Vorarlberger Architektur Institut